Buß: Klimaschutz in quälendem Schneckentempo
BIELEFELD - Der westfälische Präses Alfred Buß hat sich enttäuscht über den Weltklimagipfel-Beschluss geäußert, nach dem erst 2020 eine verbindliche Klimaschutzstrategie für alle Staaten in Kraft treten soll. Der Kompromiss bedeute "Klimaschutz in quälendem Schneckentempo", sagte der oberste Repräsentant der viertgrößten Landeskirche am Montag in Bielefeld in einem epd-Gespräch. "Bis dahin wird viel Dreck in die Atmosphäre geblasen", befürchtet der 64-jährige Theologe. Der Kompromiss sei "ein enttäuschendes Ergebnis, aber besser als gar nichts".
Positiv bewertete Buß, dass das Kyoto-Protokoll immerhin verlängert wird. Zugleich bedauerte er, dass dabei die Hauptverursacher klimaschädlicher Emissionen wie die USA, Japan, Kanada, Russland, aber auch China, Brasilien, Indien und andere Schwellenländer nicht dabei seien. "85 Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes sind auch weiterhin nicht geregelt", kritisierte Buß.
Nach den Ergebnissen des Weltklimagipfels sieht Buß eine noch größere Verantwortung für Europa und Deutschland. "Wenn die hoch entwickelte Weltregion Europa in der Lage ist, das Dinosaurier-Zeitalter der fossilen Energie hinter sich zu lassen, dann ist das ein wichtiges Zeichen für den globalen Klimaschutz", erklärte er. Europa und besonders Deutschland könnten dabei global Vorreiter sein.
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