Im Zeichen des „Grünen Hahns“
Peter Schütz, Klaus Breyer, Volker Sturm, Hans König und Frauke Wehrmann-Plaga (v.l.) eröffneten die Tagung „Und die Erde ist voll deiner Güter“ im Stift Cappel. Foto: Meschede
CAPPEL Saftig grün leuchten die Wiesen. Aber auch kräftig gelb strahlende Blumen, Tiere und Gebäudeteile zeigen die Schautafeln im Eingangsbereich des Stifts Cappel. Die Ausstellung ist ein Vorgeschmack auf die Tagung „Und die Erde ist voll deiner Güter - Kirche und Artenschutz“, die im Rahmen des kirchlichen Umweltprojekts „Der grüne Hahn“ stattfand. Organisiert hatte die Veranstaltung das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen in Kooperation mit der Natur- und Umweltakademie (NUA). Pfarrer Klaus Breyer, der Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche von Westfalen, leitete die Tagung, an der unter anderem Hans König, Superintendent des Kirchenkreises Soest, Pfarrerin Frauke Wehrmann-Plaga und Peter Schütz von der Natur- und Umweltakademie teilnahmen.
Ein buntes Programm erwartete die Besucher an diesem Tag. In einer Reihe von Vorträgen setzten sich die acht Referenten mit dem Thema Arten- und Naturschutz auseinander. Und so erfuhren die rund 60 Tagungsteilnehmer unter anderem etwas über die „Kirchen, Heimstätte für bedrohte Arten“, „Sonderstandorte an den Gebäuden: Möglichkeiten für Schwalben, Mauersegler, Mausohren und Eulen“ und Grünflächenpflege.
An die Vorträge schlossen sich Exkursionen rund um das Gelände des Stifts Cappel an. So führte beispielsweise Dr. Henning Vierhaus von der ABU des Kreises Soest interessierte Besucher um das Stift. Petra Salm nahm eine Gruppe von Männern und Frauen zum „Rundgang zur Glenne und ihrer Mündung in die Lippe“ mit und Volker Sturm von der Evangelischen Kirchengemeinde Lippstadt zeigte schließlich, wie der praktische „Biotop- und Artenschutz im Stift Cappel“ aussieht. „Die Tagung soll zeigen, was die Kirchengemeinden in ihrem unmittelbaren Umfeld für die Erhaltung der biologischen Vielfalt tun können“, sagte Breyer. Schließlich gebe es seit kurzem eine Dienstanweisung an alle evangelischen Pfarrer, die vorschreibe, „So rge für die Bewahrung der Schöpfung zu tragen. Wir beschäftigen uns innerhalb des Projekts „Grüner Hahn“ deshalb auch mit dem kirchlichen Außengelände. Wo haben wir der Natur zum Beispiel durch Parkplätze Lebensraum genommen? Welche Naturschätze können wir bergen und erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen? Diese Fragen bewegen uns“, erklärte Breyer.
Die Veranstaltung im Stift Cappel bildet den Auftakt zum ökologischen Schwerpunkt des Grünen Hahns, ergänzte er. Breyer verwies zudem bei der Tagung darauf, dass der Grüne Hahn ein Erfolgsmodell geworden sei. „Mittlerweile haben wir 60 Kirchengemeinden auf der Warteliste“, verriet der Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche von Westfalen. Nachdem man bereits einiges in den Bereichen Umweltmanagement, Energiesparen und Wärmekopplung getan habe, gehe es nun darum, den Arten- und Naturschutz durch andere Kirchenkreise zu tragen. „Wir sind sehr froh, hier im Stift Cappel zu starten“, fasste Breyer zusammen.


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